Presseinformation

Dresden, 13. November 2017

Appell an die Politik: Berufliche Bildung endlich aufwerten!
Sächsischer Handwerkstag für Berufsbildungspakt von Bund und Ländern / Forderungen an die neue Bundesregierung in Berlin thematisiert

Angesichts der zunehmenden Fachkräfteknappheit in Handwerk und Mittelstand fordert der Sächsische Handwerkstag von der künftigen Regierungskoalition in Berlin, sich für einen Berufsbildungspakt von Bund und Ländern stark zu machen. „Wenn es gesellschaftlich Konsens ist, dass berufliche Bildung sowohl ein Grundpfeiler für die Stärke und Innovationsfähigkeit der Wirtschaft als auch ein Garant für die niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ist, dann kommen wir um eine Aufwertung der beruflichen Bildung nicht umhin.“ Das sagte der Präsident des Sächsischen Handwerkstages, Roland Ermer, am Montag vor der Presse in Dresden.

Im Rahmen eines Berufsbildungspakts von Bund und Ländern berücksichtigt werden sollten, so Ermer, zum einen die vom Handwerk erarbeiteten Vorschläge für ein Konzept „Höhere Berufsbildung“. Hierzu seien die entsprechenden Weichen durch eine Verankerung von Konzeptinhalten im Berufsbildungsgesetz sowie im Gesetz zur Ordnung des Handwerks (Handwerksordnung) zu stellen. – Als eine erste bundesweite Bildungsmarke etabliert werden soll der doppeltqualifizierende Abschluss von dualer Berufsausbildung und Abitur (sog.  Berufsabitur) im Handwerk. Laut Ermer erhoffe man sich durch eine Verknüpfung von Gesellenabschluss und allgemeiner Hochschulreife, „mehr leistungsstarke Jugendliche für den Wirtschaftsbereich zu gewinnen“.     

Zum anderen dringt das Handwerk gegenüber der neuen Regierung auf politische Unterstützung bei der Umsetzung einer „Exzellenzinitiative Berufliche Bildung“. Erwartet werde, dass sich der Bund – analog zum Hochschulpakt von Bund und Ländern – künftig finanziell ebenso verlässlich und langfristig sowohl an der überbetrieblichen Ausbildung als auch infrastrukturell an der Modernisierung von Bildungsstätten des Handwerks beteiligt. Die berufliche Exzellenz mit vergleichbar viel Geld zu fördern wie bislang die akademische Exzellenz, „wäre ein deutliches politisches Signal auf dem Weg zu mehr Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung“, sagte der Handwerkspräsident.

Weitere Kernforderungen an die neue Bundesregierung

Um die Fachkräfteknappheit in Handwerk und Mittelstand mittel- und langfristig zu überwinden, richten sich weitere politische Kernforderungen des Sächsischen Handwerkstages an die künftig Regierenden in Berlin  

  • auf den zügigen Ausbau von Hochgeschwindigkeit-Internetverbindungen im Gigabit-Bereich, darunter vor allem auch im ländlichen Raum, sowie auf Planung und Umsetzung hochleistungsfähiger Mobilfunknetze (5G) 

    sowie
  • auf eine Entlastung der Leistungsträger in der Gesellschaft durch eine umfassende Reform des Einkommensteuerrechts (Abbau der „kalten Progression“ im Tarifverlauf). Anzustrebendes Ziel: Einkommensteuerpflichtige müssen künftig wieder über mehr Netto vom Brutto verfügen.  

Der Sächsische Handwerkstag ist die größte Landeshandwerksorganisation im Osten Deutschlands und vertritt aktuell rund 57.000 Betriebe, in denen zwischen 300.000 und 320.000 Menschen beschäftigt sind. 

Hintergrund:

ZDH-Kompakt „Höhere Berufsbildung“, Oktober 2017, herausgegeben vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), Berlin

Pressekontakt:
Sächsischer Handwerkstag • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Frank Wetzel,
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