Presseinformation

Dresden, 30. Juli 2018

Erneut weniger Handwerksbetriebe in Sachsen
Sächsischer Handwerkstag: Ursachen sind vor allem schwaches Gründungsgeschehen sowie ungebremster Strukturwandel an den Märkten

Ein nur schwaches Gründungsgeschehen sowie anhaltender Strukturwandel in Wirtschaft und Gesellschaft lassen den Betriebsbestand im sächsischen Handwerk weiter abschmelzen. Laut Wirtschaftsstatistik des Sächsischen Handwerkstages reduzierte sich die Zahl der Unternehmen in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres – über alle Gewerbegruppen hinweg – um 285 auf 56.515 (Zugänge: 1.920; Abgänge: 2.205).  

Für den Befund ausschlaggebend sind vielfach Gewerbeschließungen aus Altersgründen der Inhaber, aber auch Folgen des Strukturwandels an den Märkten, hier vor allem im ländlichen Raum. Nach wie vor dominieren Abmeldungen von Ein-Personen- bzw. Kleinstunternehmen. Dabei wechseln ehemals Soloselbstständige mit fachlicher Qualifikation häufig in sozialversicherungspflichtige Jobs kleiner und mittlerer Unternehmen. – Ursprünglich hatte sich das Aufkommen an Betrieben, forciert durch das 2004 umfassend liberalisierte Handwerksrecht in Deutschland, über Jahre hinweg deutlich erhöht. Seit rund fünf Jahren geht der Bestand an Betrieben langsam, aber stetig zurück.  

Besonders ins Gewicht fällt das Minus bei zulassungspflichtigen Handwerken. Bei solchen Berufen – also jenen, die nur von Inhabern mit Befähigungsnachweis (z.B. Meisterbrief) ausgeübt werden dürfen – entfallen Abgänge zuvörderst auf Maurer/Betonbauer, Elektrotechniker und Kraftfahrzeugtechniker. Ein kleines Plus gibt es lediglich bei zulassungsfreien Handwerken, vor allem ausgelöst durch Gewerbeanmeldungen bei Fotografen, Gebäudereinigern, Raumausstattern.   

Im sächsischen Handwerk sind annähernd 320.000 Menschen beschäftigt.      

Pressekontakt:
Sächsischer Handwerkstag • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
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