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Dresden, 18. November 2019

Weiterhin Konjunkturhoch, aber gedämpfte Erwartungen
Sächsischer Handwerkstag: Fachkräfteknappheit bleibt Hauptproblem / Ergebnisse der Herbstkonjunkturumfrage 2019 in Dresden präsentiert

Sachsens Handwerker haben weiterhin viel zu tun. Aktuell sind die Auftragsbücher, über alle Gewerke hinweg, in den meisten Betrieben gut gefüllt. Gesamtkonjunkturell geben weiterhin Betriebe aus dem Bau-/Ausbaugewerbe den Ton an. Insgesamt profitiert das Handwerk unverändert von einer hohen Konsumbereitschaft auf Privatverbraucher-Seite, unterstützt durch niedrige Zinsen am Kapitalmarkt. Obwohl von konjunktureller Talfahrt keine Spur, sind die Prognosen in der Unternehmerschaft für die nächsten Wochen dennoch gedämpfter als im Vorjahr.

„Ein massives Handicap für viele Unternehmer ist – trotz verstärkter Ausbildung – der gravierende Mangel an praxiserfahrenen Fach- und Führungskräften. Um dieses Manko zu beseitigen, erwarten wir auch Unterstützung von der Politik. Gefragt sind nicht nur bessere Rahmenbedingungen, sondern generell eine höhere Anerkennung und Wertschätzung für Berufsbildung und Unternehmertum.“ – Dieses Fazit zog Handwerkstag-Vizepräsident Frank Wagner am Montag vor Journalisten in Dresden.

Wie der Herbst-Konjunkturbericht 2019 zeigt, bewerten noch immer deutlich mehr als zwei Drittel der Befragten (70 Prozent) ihre Geschäftslage mit gut, 26 Prozent mit befriedigend/gleichbleibend, nur 4 Prozent mit schlecht. (Herbst 2018 - gut: 71; befriedigend: 24; schlecht: 5 Prozent). Deutlich zurückhaltender sind die Erwartungen für die nächsten Wochen: Mit guten bzw. befriedigenden Geschäften rechnen 11 bzw. 82 Prozent der Betriebe; 7 Prozent erwarten einen Abschwung. – Noch im Herbst 2018 waren die Erwartungen von 16 Prozent der Befragten mit gut, von 79 Prozent mit befriedigend, von 5 Prozent mit schlecht angegeben worden.        

Konjunkturlok im Gesamthandwerk sind, wie eh und je, die Betriebe des Bauhaupt- und des Ausbaugewerbes. Unternehmen beider Gewerbezweige geben die Geschäftslage zu 75 bzw. 81 Prozent (Herbst 2018: 83 bzw. 80) mit gut sowie zu
23 bzw. 17 Prozent (2018: 15 bzw. 18) mit befriedigend. Zudem profitieren vom Auftragsboom Handwerker, die für den gewerblichen Bedarf (Feinwerkmechaniker, Elektromaschinenbauer, Metallbauer usw.) arbeiten, aber auch Firmen des Kfz-Gewerbes.

Weitgehend stabil geblieben ist die Lage in den Nahrungsmittelhandwerken (Bäcker, Fleischer, Konditoren) sowie bei Anbietern personenbezogener Dienstleistungen (Friseure, Schornsteinfeger, Goldschmiede, Fotografen, Maßschneider u. a). Offenbar deutlich verbessert hat sich gegenüber dem Vorjahr die Nachfrage von Leistungen in den Gesundheitshandwerken (Augenoptiker, Hörakustiker usw.)

Für die im Handwerk florierenden Geschäfte spricht auch das Aufkommen an Beschäftigten. Mit anteilig 76 Prozent (2018: 79) geben – auch vor dem Hintergrund der Fachkräfteknappheit – weiterhin mehr als Dreiviertel der befragten Betriebe an, den Personalbestand konstant gehalten zu haben. Von Zuwächsen in der Belegschaft sprechen 14 Prozent der befragten Firmen (Ausbaugewerbe, Handwerke für den gewerblichen Bedarf, Kfz-Gewerbe). Nur 10 Prozent der Firmen (2018: 9) gaben an, die Belegschaft verringert zu haben.

In den meisten Gewerken auf Vorjahresniveau bewegen sich Umsätze und Verkaufspreise für handwerkliche Produkte und Dienstleistungen. 61 Prozent der Befragten (2018: 62) kommen bei Umsätzen auf Vorjahreswerte, 28 Prozent (2018: 27) auf Zuwächse. Nur 11 Prozent (2018: dito) melden Einbußen. – Ähnlich sieht es bei den Verkaufspreisen aus: 30 Prozent der befragten Betriebe (2018: 32) hat eigenen Angaben zufolge höhere Preise am Markt durchsetzen können. Dagegen melden 68 Prozent der Betriebe (2018: 66), wie im Vorjahr kalkuliert zu haben.    

Im Wesentlichen auf Vorjahresniveau sind die Werte bei Auftragseingängen/Auftragsbestand im Sachsen-Handwerk. Allerdings melden jetzt nur noch 16 Prozent der Firmen Zuwächse (2018: 21 Prozent); für 76 Prozent (2018: 71) der Befragten ist die Auftragslage auf Vorjahreslevel. Lediglich 8 Prozent (2018: dito) zeigen gesunkene Auftragseingänge an. – Über alle Gewerbegruppen hinweg beläuft sich die Auftragsreichweite im Handwerk aktuell auf durchschnittlich 11,1 Wochen.   

In Zeiten begrenzter Kapazitäten und fehlender Fachkräfte richten Unternehmer ihren Fokus zudem wieder mehr auf Investitionen in Ausstattung und Ausrüstungen. Dem Konjunkturbericht zufolge geben hierfür 17 Prozent der Betriebe (2018: 16) mehr Mittel aus. 65 Prozent der Firmen (2018: 62) legen für derartigen Ausgaben das Vorjahresbudget zugrunde.    

An der Herbst-Konjunkturumfrage im Sachsen-Handwerk 2019 beteiligten sich 1.621 von insgesamt 8.871 angeschriebenen Unternehmen; die Rücklaufquote beläuft sich damit auf 18,3 Prozent.  

 

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