Termine

31. Oktober 2020
15.00 Uhr | Leipzig

Meisterfeier der Handwerkskammer zu Leipzig für die Absolventen des Jahrgangs 2020 (Teilnahme auf Einladung)

16. November 2020
10.00 Uhr | Dresden

Zweite Halbjahrespressekonferenz des Sächsischen Handwerkstages (u.a. mit Präsentation von Ergebnissen der Herbstkonjunkturumfrage 2020 im Handwerk)

21. November 2020
10.30 Uhr | Dresden

Meisterfeier der Handwerkskammer Dresden für die Absolventen des Jahrgangs 2020 (Teilnahme auf Einladung)

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Presseinformation

Dresden, 2. Juli 2020

Corona-Krise: Erfreulich schnelle und effektive Hilfen vom Bund
Sächsischer Handwerkstag würdigt vor allem liquiditätsstärkende Maßnahmen für unverschuldet in Not geratene Betriebe

In der Debatte um wirksame Impulse für einen Wirtschaftsaufschwung nach der Corona-Krise hat der Sächsische Handwerkstag vor allem Bundesregierung und Bundestag bescheinigt, entsprechende Hilfen für pandemiegeschädigte Unternehmen „relativ zügig und effektiv“ auf den Weg gebracht zu haben. Viele unverschuldet in Not geratene, aber eigentlich gesunde Betriebe und deren Arbeitsplätze profitierten vor allem von liquiditätsstärkenden Maßnahmen des Bundes, wie der Präsident des Sächsischen Handwerkstages, Roland Ermer, am Donnerstag vor Journalisten in Dresden erklärte.  

Zu einem wesentlichen Teil fanden Hilfen zur Liquiditätssicherung von beruflich Selbstständigen, die die Hauptlast in der Corona-Krise zu schultern haben, jetzt auch Eingang in das von Bundestag und Bundesrat verabschiedete 130-Milliarden-Euro-Konjunkturpaket für die Jahre 2020 und 2021.

Als besonders hilfreich würdigen krisengeplagte Handwerksunternehmer vor allem die Möglichkeit, Verluste stärker als bisher mit früheren Gewinnen verrechnen und bereits 2019 einen vorläufigen Verlustrücktrag geltend machen zu können,
darüber hinaus die Verlängerung der Kurzarbeitergeldregelung sowie die auch für kleine und mittlere Unternehmen möglichen Überbrückungshilfen. Gedacht sind solche Zuschüsse branchenübergreifend für Firmen und Soloselbstständige, die im April/Mai 2020 nachweislich erhebliche Umsatzeinbrüche hatten und Ende 2019 noch nicht wirtschaftlich in Schwierigkeiten steckten. 

Laut Sächsischem Handwerkstag hat der Bund allerdings auch eine Chance vertan, die Liquidität kleiner Firmen zu schonen: „Statt die vorgeschriebene Vorfälligkeit von Sozialversicherungsbeiträgen endlich zu kappen, gilt diese Vorschrift auch jetzt, in der schwersten Krise seit Ende des zweiten Weltkriegs“, sagte Ermer.

Ursprünglich war dieses Regelwerk im Jahr 2005 unter Rot-Grün eingeführt worden, um die seinerzeit klammen Rentenkassen zu stabilisieren.  

Im Handwerk eher umstritten – weil in der Ausführung für kleine und mittlere Unternehmer zu aufwändig und zu kompliziert – ist die seit Juli 2020 auf ein halbes Jahr begrenzte Regelung einer temporären Senkung von Mehrwertsteuersätzen,  „obgleich auch wir natürlich die Absicht prinzipiell gutheißen, die Binnennachfrage in Deutschland wieder nachhaltig zu beleben“, wie der Handwerkstag-Präsident klarstellte.

Aber: Kostenaufwand und Nutzen, die sich durch eine Umrüstung zum Beispiel von Registrierkassen und Buchhaltungssystemen auf die neuen Umsatzsteuersätze ergeben, stünden für Handwerksunternehmen „in keinem akzeptablen Verhältnis“, so Ermer. Es sei schade, dass im Vorfeld der Gesetzgebung keine entsprechenden Expertisen aus der Unternehmerpraxis berücksichtigt wurden.   

Handwerkstag-Präsident Roland Ermer:
„Hoffen wir, dass es uns binnenwirtschaftlich letztlich gelingt, ein Abdriften in die Rezession sowie eine von manchen Fachleuten für den Herbst prognostizierte Welle an Firmen-Insolvenzen zu verhindern. An Verbraucher, Gewerbekunden und öffentliche Hand appellieren wir ausdrücklich, gerade jetzt die regionalen Wirtschaftskreisläufe dadurch zu stärken, indem Sie an bereits erteilten Aufträgen festhalten und uns – wo immer möglich – neue Aufträge geben!“  

Hintergrund: Aktuelle Wirtschaftslage des Handwerks in Sachsen

Wie die Mitte-Juni-Stichprobe (Online-Befragung sächsischer Handwerksbetriebe zu Auswirkungen der Corona-Krise) ergab, weist mehr als jedes dritte Unternehmen einen rückläufigen Auftragsbestand aus. Viele Betriebe (Bau/Ausbau) beklagen fehlendes Material; trotz manch erleichterter Verfahrensabläufe monieren Betriebe Schwerfälligkeiten in behördlichen Belangen (Bauämter, Kfz-Zulassungsstellen). Alles in allem legen Sachsens Handwerksbetriebe großes Augenmerk darauf, den Personalbestand konstant zu halten. Die Erwartungen hinsichtlich weiterer Umsatz- und Auftragsentwicklung in Betrieben vieler Gewerbegruppen sind im besten Falle gedämpft-optimistisch.

 

Pressekontakt:
Sächsischer Handwerkstag • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Frank Wetzel,
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