Pressestatement

Dresden, 12. Juni 2020

Zu der heute vom Bundeskabinett beschlossenen Regelung einer temporären Reduzierung von Mehrwertsteuersätzen zur Belebung der deutschen Wirtschaft nach der Corona-Krise erklärt der Präsident des Sächsischen Handwerkstages, Roland Ermer:

„Selbstverständlich begrüßt auch Sachsens Handwerk die Absicht der Politik, ab 1. Juli 2020 durch eine temporäre Absenkung von Mehrwertsteuersätzen vor allem die Binnennachfrage, den Konsum kräftig zu beflügeln. Aus Unternehmersicht profitieren sollten von diesem Schritt jedoch durchaus auch Kleinst- und Kleinunternehmer, die in vergangenen Wochen und Monaten coronabedingt massive Einbußen verkraften mussten.

Hinzu kommt: In vielen Fällen sind Handwerksbetriebe infolge der Mehrwertsteuer-Senkung durch neue Bürokratie belastet. Im Eiltempo müssen sie nun Kalkulationen, Rechnungen und Preisschilder überarbeiten, zudem kostenaufwändig Registrierkassen und Buchhaltungssysteme umprogrammieren lassen – und dies alles, wie geplant, für die Dauer eines halben Jahres!  

Im Bäckerhandwerk z.B. macht die reduzierte Mehrwertsteuer pro Brötchen 0,6 Cent aus. Dafür lohnt es sich für mich als Bäckermeister nicht, neue Preisschilder anfertigen zu lassen. Dann sollen von der Steuerermäßigung doch eher die Beschäftigten meines Unternehmens etwas haben, indem ich ihnen das der Firma verbliebene Geld als Prämie überweise.“

Hintergrund:
Mit anteilig 20 Milliarden Euro ist die zeitweilige Mehrwertsteuer-Reduzierung der größte Posten in dem Konjunkturpaket, auf das sich das Kabinett in Berlin unlängst geeinigt hat – ein Posten, der Unternehmern und Verbrauchern gleichermaßen helfen soll, die in Deutschland wohl größte Krise der Nachkriegszeit einigermaßen glimpflich zu überstehen.

 

Pressekontakt:
Sächsischer Handwerkstag
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