Pressestatement

Dresden, 1. November 2021

Zur Ankündigung der Jungsozialisten (Jusos), bei Verhandlungen zur Ampel-Regierungskoalition in Berlin eine umlagefinanzierte Ausbildungsplatzgarantie durchsetzen zu wollen, erklärt der Präsident des Sächsischen Handwerkstages, Jörg Dittrich:

„Wie Juso-Bundesvorstandsmitglied Philipp Türmer jetzt via SPIEGEL-Interview wissen ließ, will die SPD-Jugendorganisation im Koalitionsvertrag der neuen Regierung auf jeden Fall eine umlagefinanzierte Ausbildungsplatzgarantie festgeschrieben wissen. Gedacht ist an ein System, in dem zunächst alle Betriebe in einen Fonds einzahlen, aus dem dann im Rahmen der Berufsausbildung unterschiedliche Programme finanziert werden sollen – darunter eine Ausbildung, die komplett in den Berufsschulen angesiedelt ist.

Wir können uns ob solcher Forderungen nur verwundert die Augen reiben. Zum einen, weil doch auch die Jusos wissen müssten, dass Kleinst- und Kleinunternehmen aus Handwerk und Mittelstand deutschlandweit seit Jahren zigtausende Lehrstellen nicht besetzen können, eben weil es nicht genügend Bewerber gibt. Wir sind glücklich über jeden eigens erfolgreich ausgebildeten Azubi und tun alles, damit dieser unserer Belegschaft auf Dauer die Treue hält.

Geradezu grotesk erscheint uns – zum anderen –, dass die Jusos sich mit der Fixierung auf ausschließlich staatliche Berufsschulangebote quasi dafür stark machen, die bewährte duale Berufsausbildung auszuhöhlen. Es wäre ein Unding, wenn staatlich organisierte Berufsschulen mit Unternehmergeldern um Azubis werben, die wir in den Unternehmen so dringend brauchen. Im Übrigen: Welchen Wert hat da eigentlich noch die gesetzlich verbriefte Tarifpartnerschaft von Arbeitgebern und Gewerkschaften?“

Pressekontakt:
Sächsischer Handwerkstag
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