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Presseinformation

Dresden, 23. Mai 2022

Handwerk: Duale Berufsbildung höherrangig platzieren!
Sächsischer Handwerkstag dringt auf bessere Rahmenbedingungen, um Fachkräftebedarf für die Zukunft zu sichern

Vor dem Hintergrund einer bedrohlichen Fachkräfteknappheit in Handwerk und Gewerbe hat der Sächsische Handwerkstag an die Regierenden in Bund und Land appelliert, die Rahmenbedingungen für die duale Berufsbildung spürbar zu verbessern. „Oberstes Ziel von Politik und Handwerk muss sein, mittel- und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit von Handwerksbetrieben durch ein stabiles Reservoir an Fachkräften zu sichern.“ Das erklärte der Präsident des Sächsischen Handwerkstages, Jörg Dittrich, am Montag vor Journalisten in Dresden.  

Wie aus dem Fachkräfte-Monitoring der sächsischen Wirtschaft 2022 – einer repräsentativen Umfrage unter Unternehmern aller Branchen und Betriebsgrößen – hervorgeht, geben allein im Wirtschaftsbereich Handwerk 57 Prozent der Befragten offene Stellen an. Im Baugewerbe ist nahezu jede zehnte Stelle nicht besetzt. Facharbeiter und Gesellen sind mit Abstand die meist gesuchten Fachkräfte, auch hier vor allem im Handwerk. In keinem anderen Sektor gibt es eine höhere Nachfrage nach nicht-akademischen Fachkräften. Ähnlich sieht es bei der Akquise von Berufsnachwuchs fürs Handwerk aus.

Befunde von Bildungsforschern, so Dittrich, machten deutlich, dass angesichts der Herausforderungen von Klimawandel, Energie- und Mobilitätswende etc. schon in den nächsten Jahren mit einem Fachkräfte-Fiasko gerechnet werden muss, wenn nicht jetzt politisch wirksam gegengesteuert werde. „Dabei bleibt die duale Berufsausbildung, um die Deutschland von vielen Ländern der Welt beneidet wird, für uns das A und O bei der Fachkräftesicherung“, sagte der Handwerkspräsident.

Um der Berufsbildung zu mehr Reputation zu verhelfen, plädiert der Sächsische Handwerkstag – dem Beispiel der Schweiz oder Österreichs folgend – vor allem dafür, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung rechtlich zu verankern. Konkret muss es darum gehen, den „Deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR)“ höherrangig zu platzieren. Dittrich: „Mit einem DQR-Gesetz dürfte die Berufsbildung in der Öffentlichkeit eher als gleichwertige Alternative zu einem Hochschulstudium wahrgenommen werden.“ (siehe auch: ZDH-Kompakt „Gleichwertigkeit für berufliche Bildung – DQR rechtlich verankern“, April 2022)

Einen deutlichen Schritt nach vorn zu mehr Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung verspricht sich das Handwerk zudem von einer „Exzellenzinitiative Berufliche Bildung“. Nicht nur im akademischen Bereich, für den in Deutschland bereits seit vielen Jahren eine Exzellenzstrategie existiert, sondern auch in der gewerblichen Wirtschaft gibt es – so der Präsident – „viele überdurchschnittlich qualifizierte und förderungswürdige junge Leute“, für die der Beruf mehr sei als nur ein Job.  

„Es erschließt sich uns nicht, warum mittels einer passgenauen Exzellenzstrategie für berufliche Karrieren nicht auch leistungsstarke Azubis sowie herausragende nicht-akademische Fachkräfte über ihr gesamtes Berufsleben hinweg gefördert und unterstützt werden sollen“, sagte der Präsident. Dafür müsse allerdings das bisherige Förderinstrumentarium – vom „Meister-Bafög“ über Weiterbildungsstipendien bis hin zu steuerrechtlichen Vergünstigungen beruflicher Bildungsmaßnahmen – neu justiert und weiter ausgebaut werden.

Aufgewertet würde die duale Berufsbildung in Deutschland nach Einschätzung des Handwerkstages schließlich auch durch eine qualifiziertere Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen, die betont praxisbezogen auf Ausbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten im Handwerk Bezug nimmt. Nicht zuletzt könnten strengere Zulassungsvoraussetzungen für ein Hochschulstudium dazu beitragen, dass nicht jedes Jahr um die 30 Prozent der Studierenden enttäuscht ihre akademische Ausbildung vorzeitig abbricht.    

 

Hintergrund:

ZDH-Kompakt
Gleichwertigkeit für berufliche Bildung – DQR rechtlich verankern“, April 2022, herausgegeben vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), Berlin

Pressekontakt:
Sächsischer Handwerkstag • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Frank Wetzel,
+49 (0)351 4640-510

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